Verwundert könnte man heute feststellen, dass die westliche Unterstützung für die Freiheitsbewegungen in Tunesien und Ägypten gegen ihre herrschenden Diktatoren außer Lippenbekenntnissen kaum erwähnenswert war, während dieselben Staaten nun mit massivster militärischer Gewalt gegen Libyen vorgehen.
Dieses ‘Rätsel’ lässt sich allerdings leicht erklären. Libyen ist das afrikanische Land mit den größten Ölreserven, während Ägypten und Tunesien keine erwähnenswerten Ölvorkommen besitzen. Die westlichen internationalen Ölkonzerne haben bisher keine Kontrolle über die libyschen Ölquellen, deshalb käme diesen eine Niederlage des Ghaddafi-Regimes höchst gelegen, denn kurz danach hätten sie wieder Zugriff auf die lybischen Ölquellen.
Mal wieder ein Krieg für Öl.
01.04.2011
“Ölstaat mit Potential
Libyen verfügt über die größten Petroleumreserven Afrikas. Die einschlägigen Multis sind am ungehinderten Zugang interessiert
Jan Köstner
Der bewaffnete Konflikt in Libyen und die militärische Intervention der NATO haben die Ölproduktion des Landes in den Fokus der Interessen gerückt. Mit 46,6 Milliarden Faß (ein Faß/Barrel sind 159 Liter) verfügt Libyen über die größten nachgewiesenen Ölreserven Afrikas, liegt aber bei einer Produktion von etwa 1,7 Millionen Faß Rohöl pro Tag (bpd) nur an dritter Stelle hinter Angola und Nigeria. Das Land gilt zudem in bezug auf weitere Ressourcen als nicht ausreichend erforscht.
Libysches Öl, insbesondere die leichte, schwefelarme Sorte Brega aus dem Sirte-Becken, ist von hoher Qualität und auf dem internationalen Markt nur schwer zu ersetzen.
Verfasst von Robert Maurer