Stagnation deutscher Reallöhne bringt ernste Probleme für ein einiges Europa

9. April 2010

Die Stagnation der Reallöhne in Deutschland ist gut für die Profite der Exportindustrie. Denn dies “macht Deutschland im Exportbereich wettbewerbsfähiger, aber es nagt an den Grundstrukturen der Währungsunion.” Somit ist der letzte Abschluss der IG-Metall mit null Prozent Lohnzuwachs problematisch. Er vertieft die Gräben zwischen Deutschland und den anderen EU-Ländern. Das Profitstreben der deutschen Konzerne untergräbt somit den Boden auf dem sie stehen. Hier zeigt sich, dass die innerimperialistische Konkurrenz nie aufgehört hat.

Financial Times Deutschland vom 06.04.2010, 21:15

Die Null im Kopf
Kolumne Wolfgang Münchau

Die Lohnzurückhaltung deutscher Gewerkschaften ist mitverantwortlich für die Ungleichgewichte in Europa. Deutschland vermittelt auf gewisse Weise den Eindruck einer Suizidsekte.

Eines der wirklich interessanten Phänomene der deutschen Wirtschaft ist die Bereitschaft der Arbeitnehmer, Nullrunden über mehrere Jahre kampflos zu akzeptieren – vor allem in der verarbeitenden Industrie. Den Rest des Beitrags lesen »


Exportweltmeister: Die Kosten tragen die Lohnabhängigen im eigenen Land und konkurrierende Länder

5. April 2010

Die übertriebene, bewusste Steigerung der bundesdeutschen Exportfähigkeit in den letzten 10 Jahren ging zu Lasten der Lohnabhängigen in Deutschland und der konkurrierenden Nachbarländer. Dieser Kurs muss sich ändern, damit sich die entstandenen Ungleichgewichte wieder ausgleichen bevor sie krisenhaft aufbrechen.

Financial Times Online vom 25.03.2010

Die Kolumne – Unser Export besteht auch in 100 Jahren noch
von Thomas Fricke

Deutschlands aufgeregtes wirtschaftspolitisches Selbstlob beginnt, späthoneckersche Züge zu tragen. Besser sollten wir das eigene Modell sachte weiterentwickeln. Dafür muss nicht mal die Liebe zum Export sterben. Teil eins eines Aufklärungsversuchs.

Seit Wochen belehren deutsche Politiker und Sofaökonomen Griechen und andere, wie man ordentlich wirtschaftet, dass dies oder jenes eine Sünde ist und ob man nun Inseln zu verkaufen hat. Nur wenn Frankreichs Wirtschaftsministerin dezent anmerkt, dass auch die Deutschen nicht ewig steigende Exportüberschüsse haben können, weil zu viel davon eben auch zu ökonomischen Problemen führt, bricht im Land der ökonomischen Wahrheitsträger große Empörung aus. Den Rest des Beitrags lesen »


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